Antrag in BVV Berlin-Lichtenberg

Bargeld ist Freiheit – und muss geschützt werden

Immer mehr Läden und Geschäfte, Bäckereien und Cafés lehnen Bargeld als Bezahlungsmittel ab. Sie wollen, dass wir mit Karte oder Handy bezahlen. Immer mehr Geldautomaten werden abgebaut und Bankschalter geschlossen. Es wird für die Bürger immer schwerer, an Bargeld zu kommen. Der öffentliche Verkehr mit Bus und Bahn verabschiedet sich von Münzen und Scheinen. Parkgebühren müssen immer häufiger digital bezahlt werden. Selbst bei einigen Bürgerämtern geht nur noch Kartenzahlung. Für viele Menschen bedeutet das: weniger Wahlfreiheit im Alltag.

Eine Petition setzt sich dafür ein, das Bargeld in Europa gesetzlich zu schützen. Mehr als 320.000 Menschen haben „Bargeld in Europa gesetzlich schützen!“ bereits unterzeichnet. Sie wollen gemeinsam

  • die Akzeptanz von Bargeld sichern
  • die Verfügbarkeit von Bargeld erhalten
  • die Wahlfreiheit beim Bezahlen schützen

Zugleich verweist die Petition auf die laufenden EU-Regelungsvorhaben im Zusammenhang mit dem digitalen Euro und darauf, dass der Schutz von Bargeld in den entsprechenden Vorschlägen nach Auffassung der Initiatoren nicht ausreichend abgesichert ist.

Die BSW-Fraktion in Berlin-Lichtenberg unterstützt die Bargeld-Kampagne mit einem eigenen Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung. Das Bezirksamt wird darin ersucht, die Petition „Bargeld in Europa gesetzlich schützen!“ öffentlich und praktisch zu unterstützen, unter anderem, indem bezirkliche Kommunikationskanäle genutzt werden, um über das Ziel und Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren. Auch soll in geeigneten Räumlichkeiten des Bezirks Informationsmaterial zur Petition ausgelegt werden.

Für einen sozial gemischten Bezirk wie Lichtenberg ist Bargeld weiterhin ein zentraler Baustein niedrigschwelliger Teilhabe: Es ermöglicht Zahlungen ohne technische Hürden, ohne Kontozwang und ohne digitale Abhängigkeit.

Gerade in einem sozial vielfältigen Bezirk wie Lichtenberg ist Bargeld für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe. Es ermöglicht Zahlungen ohne technische Hürden, ohne Kontozwang und ohne digitale Abhängigkeit, so die BSW-Fraktion in der BVV.

BSW gegen militärische Nutzung des Flughafens in Parchim

Zivile Nutzung statt Bereitstellung für den Drohnenkrieg

Der Flughafen Parchim (Landkreis Ludwigslust-Parchim) könnte Standort für Flugzeuge und Drohnen der Bundeswehr werden. Die Deutsche Marine hat entsprechendes Interesse angemeldet. Die Stadtvertretung befürwortet mehrheitlich eine mögliche militärische Nutzung des Flughafens mit seiner rund drei Kilometer langen Start- und Landebahn. Die Parole: Ein Ausbau des Flughafens kann einen wichtigen Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung leisten. Die Hoffnung: Stärkung der regionalen Infrastruktur sowie qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze. Blühende Landschaften.

Die BSW-Fraktion im Kreistag von Ludwigslust-Parchim lehnt eine militärische Nutzung des Areals, die den Ort zu einem möglichen Kriegsziel machen würde, grundsätzlich ab und spricht sich stattdessen für eine rein zivile Entwicklung des Standorts aus. Der Fraktionsvorsitzende Peter Schabbel, Vorsitzender des BSW in Mecklenburg-Vorpommern und Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen in im September, betont, die Zukunft des Flughafens solle sich an regionaler Wirtschaftsentwicklung und langfristigen Perspektiven für die Bevölkerung orientieren. Eine militärische Nutzung würde aus Sicht des BSW weder nachhaltige regionale Wertschöpfung schaffen noch den Entwicklungszielen des Landkreises entsprechen.

Schabbel verwies zudem auf die historische Rolle des Standorts. Der Flughafen Parchim sei bereits im Zweiten Weltkrieg ein großer Militärflughafen gewesen. „Wir lehnen eine militärische Nutzung des Flughafens Parchim-Schwerin ab“, so Schabbel. Gleichzeitig kündigte er an, dass das BSW gegen entsprechende Pläne auch über Kreis- und Landesgrenzen hinweg demonstrieren wolle.

Schabbel betont zudem die grundsätzliche Haltung des BSW in Mecklenburg-Vorpommern zur fortschreitenden Militarisierung: „Rüstungs- und Militärwirtschaft stellen keine regionale Wertschöpfung dar, sondern belasten die Umwelt und gefährden die Menschen in der Region. Wir appellieren an das Gewissen aller Parteien und Menschen in den jeweiligen Regionen, sich gegen eine erneute militärische Nutzung von solchen Standorten auszusprechen.“

Neben den sicherheits- und umweltpolitischen Fragen sieht das BSW in Parchim auch erhebliche Auswirkungen auf die regionale Entwicklung. Militärische Infrastruktur unterliegt in der Regel Entscheidungen des Bundes. Damit verbunden sind häufig Einschränkungen für kommunale Planung und regionale Entwicklung, etwa bei Bauleitplanung, Infrastrukturprojekten oder Flächennutzungen im Umfeld eines Militärstandortes.

Schabbel kritisiert zudem die politische Unterstützung anderer Parteien, namentlich der Alternative für Deutschland: „Die AfD zeigt mit ihrem Antrag ihr wahres Gesicht und ist eben keine Partei, die für den Frieden eintritt. Ebenso wie die etablierten Parteien sich an Kriegswirtschaft und Kriegsvorbereitung beteiligen. Wir lehnen diese Politik mit Entschiedenheit ab.“



Keine Werbung für Militär und Rüstungsprodukte

Landkreis Görlitz soll „Kreis des Friedens“ werden

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BSW und Freie Wähler haben im vergangenen Jahr einen Antrag eingebracht, mit dem der Landkreis Görlitz in Sachsen ein klares Zeichen für Frieden und Verständigung setzen soll. Der Landkreis Görlitz soll zum „Kreis des Friedens“ werden.

Der Antrag sieht vor, dass der Landkreis sich zu den Prinzipien des Friedens und der Völkerverständigung bekennt. Diese Leitlinien sollen die Arbeit des Kreistages und das Verwaltungshandeln prägen, so der gemeinsame Vorstoß.

Zudem soll auf Werbung für Militär und Rüstungsprodukte in den Einrichtungen des Landkreises verzichtet werden. Damit soll verhindert werden, dass öffentliche Räume für militärische Rekrutierung oder die Bewerbung von Rüstungsinteressen genutzt werden. 

„Gerade als Grenzregion zu Polen und Tschechien haben wir eine besondere Verantwortung, friedliche Zusammenarbeit und Diplomatie zu stärken", erklärt dazu der BSW-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der BSW/FWZ-Fraktion im Kreistag, Jens Hentschel-Thöricht. „Unser Landkreis steht für Vielfalt, Zusammenhalt und grenzüberschreitende Kooperation. Dies wollen wir mit einem klaren Bekenntnis zu Frieden und Verständigung sichtbar machen.“

Die Fraktion betont, dass der Antrag kein Urteil über die individuelle Entscheidung von Menschen darstellt, die sich für den Dienst in der Bundeswehr entscheiden. Vielmehr gehe es darum, dass öffentliche Einrichtungen, die allen Bürgerinnen und Bürgern gehören, nicht als Plattform für militärische Werbung genutzt werden sollen.

„In Zeiten zunehmender internationaler Spannungen braucht es mehr denn je politische Impulse, die auf Dialog, Kooperation und zivile Konfliktlösungen setzen“, so Jens Hentschel-Thöricht weiter. „Mit unserem Antrag machen wir deutlich: Der Landkreis Görlitz steht für Frieden statt Militarisierung.

„Friedenspolitik bleibt für uns unverzichtbar – gerade jetzt!“ Demonstration in Kamenz am 21. April 2025, darunter zahlreiche Mitglieder und Unterstützer des BSW Landkreis Görlitz. Foto: BSW Sachsen | Facebook

Im Oktober 2025 hattte der Kreistag hatte mehrheitlich mit den Stimmen des BSW, der Freien Wähler und der AfD den Beschluss „Görlitz – Landkreis des Friedens“ gefasst. Dieser sieht vor: In den Gebäuden, Einrichtungen, Unternehmen und auf den Fahrzeugen des Landkreises sowie auf allen sonstigen Präsentationsflächen im Verantwortungsbereich des Landkreises wird auf Werbung für Militärdienst und Rüstungsprodukte verzichtet. Gleiches gilt für Veranstaltungen, die durch die Landkreisverwaltung oder landkreiseigene Unternehmen organisiert, durchgeführt oder unterstützt werden.“

CDU-Landrat Dr. Meyer hatte umgehend Widerspruch eingelegt. Er stufte den Kreistagsbeschluss als rechtswidrig ein, und verwies auf den Gleichbehandlungsgrundsatz. Die Bundeswehr sei ein wichtiger Arbeitgeber im Landkreis.

Im Dezember 2025 hat der Görlitzer Kreistag wiederum sein Bundeswehrwerbeverbot bekräftigt. Nachdem die Landesdirektion Sachsen die Entscheidung als rechtswidrig eingestuft hat, muss der Landkreis den Beschluss in den nächsten regulären Sitzungen im April oder Juni zurücknehmen. 

Die Rechtsaufsicht meint, ein Landkreis oder eine Kommune seien für ein solches Verbot nicht zuständig. „Der Militärdienst ist eine Angelegenheit der Bundeswehr und fällt nicht in die Zuständigkeit der Kommunen. Zudem verletzt ein Werbeverbot die grundsätzlich wirtschaftspolitische Neutralität des Staates sowie den Gleichbehandlungsgrundsatz“, heißt es in einer Stellungnahme des Präsidenten der Landesdirektion Sachsen, Béla Bélafi.

Zwickau soll „Stadt des Friedens“ sein

Die Görlitzer Friedensinitiative des BSW hat einen Vorläufer: Im Frühjahr 2025 hat das BSW in Zwickau mit einem Werbeverbot für die Bundeswehr bundesweit für Aufsehen gesorgt. Im Rat der sächsischen Stadt fand sich auf Initiative des BSW eine Mehrheit dafür, auf Werbung für die Truppe innerhalb der Stadtverwaltung und in den kommunalen Unternehmen sowie auf deren Fahrzeugen wie Bussen und Straßenbahnen zu verzichten. Zwickau solle sich als „Stadt des Friedens und der Völkerverständigung“ positionieren.

Der von den BSW-Abgeordneten im Stadtrat eingebrachte Antrag fand seinerzeit Unterstützung bei AfD und Teilen der CDU sowie BfZ (Bürger für Zwickau). Auch der Vertreter der Freien Sachsen sprach sich für den Antrag aus. Eine Anzahl von Stadträten, darunter die beiden Linken-Abgeordneten, haben sich enthalten, während die Partei sonst ständig betont, für den Frieden zu sein.

Bernd Rudolph, BSW-Landtagsabgeordneter und Zwickauer Stadtrat bekräftigte damals im Interview mit dem Overton-Magazin: „In Zwickau ist der Wunsch nach Frieden fest verankert. Es gab daher viel Zuspruch. Aber ich will nicht verschweigen, dass uns auch kritische Stimmen erreichten. In der Berichterstattung wurde da auch einiges verkürzt dargestellt. So wurde wahrgenommen, wir wären gegen die Bundeswehr – und würden Soldaten herabwürdigen. Dies war weder unsere Absicht, noch haben wir Derartiges geäußert. Im Gegenteil, wir haben klar gesagt, dass wir zur Bundeswehr als Verteidigungsarmee stehen.“

Mit dem Ratsbeschluss sei auch kein generelles Werbeverbot für die Bundeswehr in Zwickau beschlossen worden. Untersagt worden sei sie allein innerhalb der Verwaltung und der kommunalen Unternehmen.

Zur Motivation für den friedenspolitisch weithin beachteten Beschluss führte Bernd Rudolph aus: „Wir beobachten spätestens seit dem Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffs Russlands eine zunehmende Militarisierung der Öffentlichkeit. Kristallisiert im Begriff der Kriegstüchtigkeit. Das sehen wir kritisch. Ein Krieg, auf den wir jetzt zuzusteuern scheinen, würde unser Land, vielleicht unsere ganze Zivilisation zerstören. Deshalb sagen wir: Deutschland muss friedenstüchtig werden. Die Bundeswehr muss sich auf die Landesverteidigung konzentrieren. Weder am Hindukusch, noch im Roten oder Südchinesischen Meer, auch nicht im Kosovo oder in Mali wurde und wird unsere Freiheit verteidigt. Werbung für die Bundeswehr richtet sich an Jugendliche und Heranwachsende. Sie ist daher oft irreführend, zeigt coole Typen (oft auch junge Frauen) an Computern und anderen Geräten. Krieg bedeutet aber anderes. Er bedeutet Zinksärge, abgerissene Gliedmaßen und traumatisierte Menschen. Das wird aber nicht gezeigt.“

Das Werbeverbot für die Bundeswehr wurde nach einer Intervention der sächsischen Kommunalaufsicht und einem Widerspruch der Oberbürgermeisterin Constance Arndt (Bürger für Zwickau) schließlich einkassiert. Der Ratsbeschluss werde nicht nur zu geringeren Einnahmen führen, sondern schade auch dem Image Zwickaus, argumentierte sie. Der Stadtrat habe seine Kompetenzen überschritten, meinte die Kommunalaufsicht. „Die Bundeswehr ist eine im Grundgesetz verankerte Institution“, hieß es zur Begründung. „Für eine Benachteiligung der Bundeswehr gegenüber anderen Arbeitgebern auf Werbeflächen oder Veranstaltungen fehlt es an einer verfassungsrechtlich tragfähigen Grundlage.“

In Berlin hat das BSW-Vertreter in den Bezirksverordnetenversammlungen Tempelhof-Schöneberg und Lichtenberg gleichlautende Anträge für Bundeswehr-Werbeverbote formuliert. Die Anträge zielten darauf ab, dass an Haltestellen und Fahrzeugen der BVG sowie bei Veranstaltungen des Landes keine Bundeswehr-Werbung mehr stattfinden darf. In beiden Kommunalgremien sind die Anträge abgelehnt worden.



Auch wenn der friedenspolitische Vorstoß in Zwickau ausgebremst wurde – die BSW-Initiative für ein Bundeswehr-Werbeverbot auf Straßenbahnen und Bussen hat bundesweite Aufmerksamkeit und in anderen Kommunalvertretungen Nachahmer gefunden.

Das BSW in den Kommunen

Wir freuen uns auf Hinweise über politische Initiativen des BSW in Stadt- und Gemeinderäten, die Nachahmer anderenorts finden sollten.

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(Fotos: IMAGO / Wolfilser | IMAGO / BildFunkMV | IMAGO / Jochen Tack | BSW Sachsen / Facebook)

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